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"Schön um jeden Preis"
Chirurgie - Wunsch nach Perfektion.

Als ich an der Klinik für Plastische, Ästhetische – und Wiederherstellungschirurgie im Jahre 2006 in Innsbruck einen Kongress mit dem Titel „Das Spiel mit dem schönen Körper“ organisierte, fragte man mich, wen der Inhalt der Vorträge erreichen und was damit bezweckt werden solle? Am Anfang jeder neuen Idee stehen also immer Fragen - auf diese kann oft keine direkte Antwort gefunden werden und man muss warten können. Neun Jahre später wird ein Symposium von Raphael Bonelli organisiert welches wieder die Frage nach Perfektionismus - auch nach dem des Körpers - stellt. Werden heute Antworten gefunden?

Zwischen dem in Innsbruck stattgehabten Kongress und heute ist die boomende Schönheits-Chirurgie bzw. die Schönheits-Medizin längst ein lukrativer Nebenzweig der Medizin - der „Wunschmedizin“ - geworden und für viele nicht mehr wegzudenken. Fragen, vor allem jene nach der Definition der „Medizin“ im Zusammenhang einer gewünschten Veränderung eines gesunden Körpers, sind jedoch nach wie vor offen. Die Anzahl derer, die sich ihren Körper durch das Skalpell verändern lassen, ist nicht genau zu erfassen - geht jedoch, wenn man den Berichten vom Ästhetischen und Anti-Aging medizinischen Weltkongress Glauben schenken darf, in die Millionen. Dahinter stehen nicht nur junge meist gut zahlende Kunden, sich den Wünschen von Klienten bereitwillig fügenden Ärzten, sondern auch eine riesige Industrie. Man kennt inzwischen die sich fast jährlich ändernden Trends, man weiß wenig über Komplikationen nach ästhetischen Eingriffen jeder Art - weiß aber, dass sie sich mehren - und hofft immer wieder neue Behandlungsmethoden zu „erfinden“ und neue Körperteile - wie Geschlechtsorgane, Hände oder zuletzt auch Füße - in das Repertoire der Schönheitsmedizin erfolgreich einbeziehen zu können. Die Werbung dafür verschlingt Unsummen an Geld, der Markt muss wachsen!

Im Referat soll anhand von einigen wenigen „ Krankengeschichten“ auf die Möglichkeiten den Körper zu modifizieren eingegangen werden. Welche Folgen durch die immer noch steigende Anzahl von Eingriffen nicht nur dem Patienten sondern dem Gesundheitssystem erwachsen, welches aufgrund der demographischen Verhältnisse in den nächsten Jahren nicht nur in Europa stark belastet sein wird, kann nicht übersehen werden. Über Gründe warum es immer mehr „sich nicht schön genug für die Gesellschaft findende“ junge Menschen gibt und warum die Selbstsicherheit des am Körper veränderten Menschen nach einem Eingriff oft eher ab- als zunimmt, soll zum Nachdenken und Diskutieren anregen.

09:15 - 10.00


Hildegund Piza-Katzer

 
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