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"Nobody is perfect"
Psychotherapie des Perfektionismus

Perfektionismus ist ein ängstlich-neurotisches Vermeidungsverhalten, und deswegen einer Psychotherapie prinzipiell zugänglich. Der Perfektionist findet in sich ein meist unbewusstes „inneres Dogma“, das die irrationalen Ängste umschreibt und sein Denken und Handeln prägt. Angst – auch unbewusste - macht unfrei, starr und unbeweglich.

Die Positive Psychologie von Martin Seligmann hat mit ihrem Konzept der „Stärken und Tugenden“ psychotherapeutische Wege gefunden, die Freiheit des Patienten zu stärken. Die Tugend ist die Freiheit, mit seinen Bauchgefühlen („Ängste & Bedürfnisse“) richtig umzugehen. Vier Stärken sind hier von besonderem Belang:

(1) die Klugheit zum Entlarven des inneren Dogmas. Das bedingt ein sensibles Wahrnehmen der eigenen Bauchgefühle. Die Selbsterkenntnis macht dann eine Änderung der perfektionistischen Bauchgefühle möglich.

(2) die Tapferkeit, sich diesen Ängsten zu stellen. Bauchgefühle in der Therapie schonungslos auszusprechen bewirkt, dass sie damit – durch die Analyse des Kopfes - rational prüfbar werden und dadurch einer freien Herzensentscheidung unterworfen sind. So gelingt die „kognitive Umstrukturierung“, d.h. die Umschreiben des inneren Dogmas und damit ein Perspektivenwechsel.

(3) die Gerechtigkeit in dem Sinne des „jedem das seine gönnen“ und damit ein Abschied von der Ichhaftigkeit (Künkel bzw. Geltungsstreben (A. Adler) hin zu Sachlichkeit, Wirhaftigkeit (Künkel) und Gemeinschaftsgefühl (A. Adler).

(4) das Mass (= die Temperantia) als Weg zur inneren Ordnung und Gelassenheit.

14:00 - 14.45


Raphael M. Bonelli

 
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